Die Opioidkrise: Wie Pharmaunternehmen eine Epidemie schufen
Täglich sterben in den USA über 130 Menschen an Opioid-Überdosen. Schätzungsweise 500.000 Menschen sind seit Ende der 1990er Jahren gestorben. Die schwerste Drogenkrise in der US-amerikanischen Geschichte – ausgelöst nicht von kriminellen Drogenhändlern, sondern von der Pharmaindustrie.
OxyContin und die Sackler-Familie
1996 brachte Purdue Pharma OxyContin auf den Markt. Purdue behauptete, die Retardform mache das Medikament weniger abhängigkeitserzeugend. Die FDA ließ diese Aussage zunächst zu. Beide Behauptungen waren falsch.
Das Marketing-Modell
Tausende Außendienstmitarbeiter besuchten Ärzte und Pflegeeinrichtungen. Ärzte die viel verschrieben, erhielten bezahlte "Schulungen" in Luxusresorts. Verschreibungsrate und Arztprofil wurden systematisch überwacht. OxyContin-Verschreibungen stiegen von 300.000 im Jahr 1996 auf über 7 Millionen im Jahr 2002.
Von der Pille zur Straße
Als Verschreibungen eingeschränkt wurden, wechselten bereits abhängige Menschen zu billigerem Heroin. Als Heroin bekämpft wurde, flutete synthetisches Fentanyl den Markt – 50 bis 100 Mal stärker als Morphin. Das Ergebnis: die aktuelle Fentanyl-Krise.
Die rechtlichen Konsequenzen
2019 beantragte Purdue Pharma Insolvenz. Die Sackler-Familie zahlte Milliarden – ohne strafrechtliche Verurteilung. Andere Unternehmen (Johnson & Johnson, McKesson, Cardinal Health) zahlten ebenfalls Milliarden. Keine Führungskräfte wurden verurteilt.
Warum das für Kratom relevant ist
Menschen die chronische Schmerzen haben, Opioide absetzen wollen oder Wege aus der Krise suchen: Sie kommen aus einem Gesundheitssystem, das sie süchtig gemacht und dann fallen gelassen hat. Das erklärt den Kontext, in dem die Kratom-Diskussion stattfindet.
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